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Heilwasser.

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KAPITEL — Zwei

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Aber abbeißen kann man von so einem Kind nicht. Gemeint ist damit: Wenn die Mutter arm ist, dann nützt ihr auch die Schönheit ihres Söhnchens nichts. Im Gegenteil, man sagt: Wenn eine so ein schönes Kind hat, dann kann es ihr auch an allem anderen nicht fehlen. Der Frau aber – nennen wir sie Maria, das ist ein schöner und neutraler Name –, der Maria fehlte es an allem anderen. Die Geschichte ist lange her, sie spielt in einer Zeit, als die Menschen noch verhungert sind, wenn es ihnen an allem gefehlt hat. Zugleich aber dachte die Maria, es steht ihr mehr zu als grad das Brot, das nötig ist, um nicht zu sterben. Wer so ein schönes Kind zur Welt gebracht hat, dachte sie, der ist selber zu Höherem geboren. Und sie wartete auf einen Hinweis. Auf einen Hinweis wartete sie, einen von oben oder einen von unten, das war ihr gleich. Eines Tages hörte sie vom Schloss Sauerbrunn. Dass dort Schätze liegen sollen, die aber nur heben könne, wer würdig ist. Da schnallte sich die Maria ihr Söhnchen, das grad einmal ein Jahr alt war, auf den Rücken und machte sich auf den Weg. Dass in dem Schloss Sauerbrunn schon seit vielen hundert Jahren diese Schätze liegen und keiner sie gefunden hatte, das war für sie der Beweis dafür, dass endlich nun sie, die arme Maria mit dem schönen Kindchen, an der Reihe war. Als sie beim Schloss Sauerbrunn bei Thalheim in der Gemeinde Pöls in der Steiermark ankam, weinte der Bub auf ihrem Rücken – nennen wir ihn Karl, das ist ein schöner und neutraler Name –, denn er hatte Hunger. „Gleich, mein Karl“, sagte die Mutter, „gleich! Lass mich erst den Eingang finden zu dem Keller des Schlosses, dann darfst du von unserem Brot abbeißen, so viel du möchtest. Dann sind wir reich.“
ZUM NÄCHSTEN

Kapitel
Drei