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Heilwasser.

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KAPITEL — Drei

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Sie konnte nichts anderes denken, als dass im Keller des Schlosses die Schätze liegen. Wo denn sonst! Solche Schätze legt man ja nicht im Wohnzimmer auf den Tisch, dass jeder dahergelaufene Gast danach greifen kann. Angesichts solcher Schätze muss der Hunger ein bisschen warten. Also stieg sie hinunter über die düstere Steintreppe, das Kindchen auf dem Rücken. Ein paar Zündhölzer hatte sie mitgenommen, sicherheitshalber, weil mit Finsternis zu rechnen war, die streifte sie an der Steinwand an, und tiefer stieg sie, bis sie endlich vor einer Tür stand. Auch diese Tür war nicht verschlossen. Sie trat ein, da war ein Raum, in dem blinkte und glitzerte es, der Boden war ausgelegt mit Kieselsteinen, in die Goldbröckchen und Silberbröckchen und auch rotes Kupfer eingeschlossen waren. Aber weil da noch eine Tür war, dachte die Maria, die Kupfer-, Silber- und Goldsteine sind wunderbar, und ich will sie auch nicht liegen lassen, aber der eigentliche Schatz, der dürfte doch wahrscheinlich hinter dieser Tür sein. Also probierte sie die Klinke, und auch diese Tür war nicht verschlossen. Da war ein Saal, der war ganz weiß. Aus dem Boden sickerte Wasser, so dass sie waten musste, trübes Wasser, weißes Wasser, wie verdünnte Milch sah es aus, das roch gut, wie Brot roch es, so dass jetzt auch Maria Hunger bekam … Das ist alles recht und gut, dachte sie schnell und wischte über ihren Hunger drüber und vertrieb ihn, aber weißes Wasser ist kein Schatz, ich bin doch nicht den weiten Weg gegangen mit meinem Kind auf dem Rücken, um weißes Wasser zu trinken. Sie war enttäuscht, und das Kind auf ihrem Rücken weinte immer noch, der Hunger war ja nicht kleiner geworden. „Gleich, mein Karl“, sagte Maria, „gleich darfst du von unserem Brot abbeißen. Ich will nur noch schnell draußen die Steine aufklauben, in die Goldbröckchen und Silberbröckchen und rotes Kupfer eingelassen sind, und sie in meiner Schürze tun, bevor einer kommt und sie uns wegnimmt. Dass wir wenigstens das haben.“
ZUM NÄCHSTEN

Kapitel
Vier