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Heilwasser.

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KAPITEL — Vier

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Sie setzte das weinende Kind am Boden ab, sodass es bis halb zum Knie im Wasser stand, und ging zurück vor die Tür und klaubte auf, was sie mitnehmen konnte, so viel, dass fast die Schürze auseinandergerissen wäre. „So, mein Karl“, rief sie, „jetzt komm ich zu dir, und du kannst endlich von unserem Brot abbeißen.“ Aber als sie vom Boden aufschaute, war keine Tür mehr da. Und als sie sich umdrehte, war immer noch keine Tür mehr da. Und die Tür war auch nicht da, als sie sich im Kreis drehte. Und ihr Kindchen, das doch die ganze Zeit geweint hatte, hörte sie nicht mehr. Es war nicht mehr da. Betrübt ging sie durch die erste Tür zurück zur steinernen Treppe, und als sie sich abermals umdrehte, war auch diese Tür nicht mehr da, und als sie oben im Farnkraut unter der Mauer des Schlosses ankam, war auch die finstere Treppe hinunter in den Keller nicht mehr da, und sie dachte, wahrscheinlich ist auch der Keller mit meinem Karl darin nicht mehr da, denn die Steine mit dem Gold, dem Silber und dem Kupfer in ihrer Schürze waren auch nicht mehr da. Die Schürze war leer und leicht. Von nun an weinte Maria Tag und Nacht und zog herum und bettelte und erzählte ihre Geschichte, aber niemand glaubte ihr, und einer sagte gradheraus zu ihr: „Du? Du willst ein kleines schönes Kind haben, das nicht älter ist als ein Jahr? Das glaube ich dir nicht! Schau dich doch an!“ Da borgte sie sich einen Spiegel aus und sah sich an. Und sie sah im Spiegel eine alte Frau, viel zu alt, um ein Kind von einem Jahr zu haben, viel zu alt. Was ist nur mit uns geschehen, dachte sie. Was ist nur geschehen!
ZUM NÄCHSTEN

Kapitel
Fünf